Alles zum Thema [2]

widersinn

[ Widersinn - dem vernünftigen, logischen Denken zuwiderlaufender Sinn; den ~ einer Sache einsehen; der ~ seiner Maßnahmen]Vor einer annähernd roten Backsteinmauer auf Stühlen sitzen Männer; vor Flaschen kauern Hunde; hinter den Männern hängen graue abgewetzte Jacken an verrosteten drahtigen Nägeln; Unter der Brücke steht ein Kinderwagen; neben dem Kinderwagen steht ein Kasten Bier; einige der Bierflaschen sind leer einige davon voll; das Verhältnis beträgt ungefähr drei zu eins; darüber fließt der Strom; Auf einem Stuhl sitzt ein Mann- gelb-zerfilcktes-Hemd; auf dem Mann sitzt ein Hund- grauschwarzes Fell; Neben dem Tisch in einer Tonne brennt Feuer; Die Gesichter aufgedunsen; Der Hund springt vom Schoss und beißt sich in ein Hosenbein fest; nichts wird dagegen unternommen; die Tatsachen sprechen; auf einem Holzbrett liegt ein weiterer Mann- daneben brennt das Feuer; Asche bleibt übrig; darüber ein Strom; vier Stumme nicken um ein Feuer- an manchen Stellen ist die Tonne durchgerostet; Trinkende; Zustimmende; Herumstehende; auf etwas trommelnd-nicht warten; verschorfte Hand; auf dem Hundefell herumklopfen- ein beinahe Streicheln; essend und sich beugend; kein Sport; lediglich herumliegende Dinge auflesen; unter dem Asphalt ganz grau; Daneben der Bierkasten; daneben der Kinderwagen; Unter dem Strom; Einer Brücke- einem webenden Himmel; Es beginnt ein Monolog; Den keinen interessiert; Es wird eine Zigarette gedreht; Auf die Erde gespuckt; Dem Hund ein Stück Knochen hingeworfen; unbeachtet wedelt sein Schwanz; Alles in allem; der Hund; ein Kinderwagen; verrostete Tonne; vier Männer; eine Frau sprachlos und herumliegende Dinge; Gegenstände; der Strom; Asphalt.

Unterbrücker

Du siehst auf :: Daneben riecht man nasses Reh und Haut :: Glaube zu ich dann zu Du er wie dann wie sie wie immer niemals überall und danach alte Babys :: Da denken Wände Gedanken derweil schlüpfrig derweil verwirrt gemischt und niemals gescheit wegen den Emotionen :: Alle glauben zu hören glauben Sachen suchen Besondere Zusammenhänge immer und immer :: Nachtweg :: Morgenröten ergeben den Anfang die geheim Schmerzen Furcht und nackte Angst besitzen :: Armer Mann mit klein krankem Zopf das Mädchen hinterm Junge sich jucken muss :: Das sehr Jung hält Insekt ein Beamter im Diplomaten :: Rückgriff auf Abbilder dem Sagenstoff eines Futurismus und Herrn den man Entschuldigung dazu sagen hören möchte hier und da :: Sie meinte sie müsse auf unter und darüber hacken um für außen Beete pflege geben zu können :: Daher ruft es im Kind weil innen ganz unten daneben über etwas das linke Stimmchen sogar und demnach dieser Hund den Tisch bellen lässt :: Die Schüssel rauf zur Küche wegen den zu spät gefangenen Fallen in der Hunger verdorben hallt :: Das knistern im Kamin für dunkel Asche den Kakerlaken als giftiges Insekten Pulver auf Spiegelglas zerstäubt :: Sitzen bleiben kann alles jeder und immer aber niemals überall :: Alle da Sie wenn sie blind taub und stumm Mädchen sehen fühlen lassen könnte :: Unterschied war ursprünglich die Gegenwart ginge man früh zum Anfang und sage man geheim :: Heute sterben gefunden da wo Schmerz Furcht am Arm schlüpfrig klein krank zupft :: Mädchen alles so und so wie wenn er es auf du jung macht :: Der Junge verschwört das Insekt beim Leben des Vaters Mutters :: Geld essen Tränen auf daneben glaube ich dann wie immer überall die Welt des Hedemann :: Könnte er das Leben von Vater Mutter und Geld essen nein Welt :: Haut Baby an die Wand und dabei denken schlüpfrige Gedanken dann verwirrt :: Über rechts links kommt man vielleicht raus zurück kommt man später :: Gefangene glauben zuzuhören die eine Sache besonders together :: Vor einer Morgenröte ein loser Beamter trägt in der Achselhöhle die Falle in der sein halt liegen bleibt :: Nicht festsitzen kann der Diplomat wegen der Emotion Schmerz Furcht und nackte Angst :: Am Himmel zieht die Zeit Wolken zusammen zum Unterschied lässt die Gegenwart nichts zurück :: Nicht fest sitzen Himmel Wolken und Zeit einem vergessen sieht siechen gleich :: Erinnert Gedächtnis Faust Brust und Zähne hält der Kiefer Unterschiede in Fantasie und richtig dunkel schwarz zusammen :: Tief aufwärts Wörter tragen eine Leiche im Magen Weh das Elend Sex :: Unanständiger Sex und Fluchwörter wie Haut Baby :: Es tötet verfaulten Kürbis wie ein schwaches Buch lesen :: Seele Hölle alles was Gott erschrocken vorhängt :: Schale ein Hindernis aus Wand und Gedanke dann der Schlupfwinkel so elend schrecklich vergangen :: Schaut das Gedächtnis blind taub stumm in die schreckliche Vergangenheit schauen alle Entschuldigungen und sagen hören rufen aus dem Reh :: Wolke Zeit zusammen lassen glauben ich bin wie immer niemals überall :: Unterschied war ursprünglich doch die Gegenwart zurück zu früh gebleiben :: Aushalten stehen danach kurzes liegen glaube zu hören die Sache im Süden sei Besonders trotz Nacht und Morgenröte :: Der Anfang ist geheim komm sag Mitgefühl irre und verrückt :: Wahnsinnig lobenswerter Faust Kampf trotz gefundenes Mitgefühl irre verrückt wahnsinnig lohnenswert :: Kampf Faust Brust Brust Zeit :: Früh steher kriegen Sex unanständigen Sex und Fluchwörter :: Zähne kalter Kiefer und Vorhang :: Schade denken Kürbise im Buch lesen Seelen was Gott schlüpfrig macht und da sie daneben hocken geht der Vorhang zum Himmel auf

Der Schlachthof Teil 2 | Der Navigator

Es sprachen zu viele Beweise gegen ihn, das Urteil stand bereits fest noch bevor der Erste Tag einer Verhandlung begonnen hatte. Im Grunde gibt es keine Verhandlung, einzig eine Aburteilung existiert.
Versucht ein Navigator die Produktion der Energiequelle der Gilde Schiffe
in irgendeiner weise zu verraten, bedeutet dies die unverzügliche Vernichtung des Navigators. Weiterlesen »

ausgegraben

fos

Zwei Frauen stehen Seite an Seite an einer Fußgängerampel und warten bis es grün wird. Vor Beiden stehen Kinderwägen, in den Kinderwägen liegen die Kinder in einer warmen, leicht reizenden Sommerabendluft. Weiterlesen »

herabkräht

die Tage wachsen wie das Gras- nass.
Tau steigt am Morgen den Berg hinauf,
dann freut man sich wieder wie eine Krähe
von einem Strommasten herabkräht.

herabgekräht

Tage verlieren wie ein Mund das Hell.
Tau steigt am Morgen ein Berg nach oben,
es freut sich die Krähe
von einem Strommast zu krähen.

Der Engelschlachthof

Es gab viele Lichtjahre entfernt, am anderen Ende unserer Galaxie, ein ähnliches Sonnensystem wie das Unsere, im Gegensatz zu Unserem, bildete jedoch keine Gelbe, sondern eine violette Sonne den Mittelpunkt des Systems. Weiterlesen »

durst

durst

Ein Glas Wasser, jemand scheint durstig, sehr durstig- dieser Jemand ist niemand bestimmtes. Er ist irgendjemand mit oder ohne Name. Weiterlesen »

Mrs. Paterson

ein kalter feuchter Spätnovemberwind wehte ihm ins Gesicht, auf dem Weg zu seiner befristeten Arbeit, eine vorrübergehende Tätigkeit an einer Gesammtschule. Dorthin fuhr er seit fast drei Wochen. Weiterlesen »

spiel

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Leseprobe Roter Salon Nr. 02
© 2009 Marco P. Schott

Das Spiel – ein Lebens-zusammenfassungs-Modell

Die Tore sind verschlossen, die Spieler bereit, es gibt keine Würfel, die Spielregeln sind bekannt, werden mit der Zeit aber vergessen.

Das Spiel wird gespielt. Pausen existieren nicht. Das Spiel gilt als verloren, wenn jemand seine Identität entweder satt hat oder sich nicht schnell genug eine Neue einfallen lässt. Das Feld ist in jedem Fall zu räumen! Eine Räumung kann Kommentarlos oder lauthals von statten gehen, aber sie findet immer statt. Gewalt ist im Spiel eine Variante seine Identität zu erhalten, ist aber keine Garantie das Ziel auch zu erreichen. Es gibt Figuren, die behaupten sie besitzen das Monopol auf Gewalt, das kaufen ihnen die andren Figuren entweder ab oder sie kaufen es ihnen nicht ab. Diejenigen die es ihnen nicht abkaufen werden in manchen Fällen solange davon überzeugt, bis sie es ihnen abkaufen. Es kommt vor, das diese Figuren nach dieser Prozedur nach einem neuen Spiel verlangen, oder sie es ihnen immer noch nicht abkaufen.

Wenn A das Spiel betritt, so steht ihm B gegenüber und umgekehrt. Wenn B das Spiel betritt steht ihm A gegenüber. C und D können hinzu kommen, müssen es aber nicht. Aber das Gegenüber ist immer Teil des Spiels. Spiele werden mit der Zeit komplexer. Es ist üblich, dass die Spieler die Regeln und den Überblick aus den Augen verlieren. Ausgesprochen komplexe Dinge besitzen die merkwürdige Eigenschaft, von Figuren angebetet zu werden. Eine Spielvariante: A, B, C und D versuchen die höchste Spielebene zu erreichen, wohingegen E, F, G und H nach einem Keller forschen. Treffen sich beide Gruppen nun auf ihrem Weg in einem Treppenhaus, sagen die Figuren jeweils auf ihre persönliche Weise– “komm mit!”. Zu guter letzt stehen die Figuren B, C, H und F auf einem Dachboden, wohingegen im Keller die Figuren A, B, D und G herum lungern.

A überredet B und D überredet C zur Kollaboration. Worauf auch immer diese Überredungskünste hinaus laufen. Damit das Spielt weiter gehen kann, sind viele Konstellationen, viele Kombinationen denkbar und möglich. Die Erfolgreichsten sind nicht immer die Besten, aber die Besten sind meistens erfolgreich. Das Spiel “Alle gegen Alle” mischt einfach die Karten– danach kann neu ausgegeben werden. Es gibt ne Menge Figuren, die einen Wege zu den höchsten Spielebenen suchen. Entweder tun sie das alleine oder als Gruppe von Figuren. Angenommen A gewinnt B als Komplize und sie bestreiten von nun an gemeinsam den Weg in diese schwindelerregenden Höhen, könnte wie aus heiterem Himmel F auftauchen und beiden den Weg in den Keller schmackhaft machen. Das Spiel besitzt seine Tücken, ist ab und zu gemein und ab und zu lustig, aber auch derweil tröge und nicht selten dumpf. Im geheimen planen alle Spieler das Spiel irgendwie zu verlassen!

Das Spielfeld könnte man sich als einen beliebig großen Raum vorstellen, der Raum ist in Ebenen zerlegt, die Ebenen sind durch Schächte, Treppen, Fahrstühle, Leitern und Feldern– entweder miteinander verbunden, oder von einander getrennt.

Auf jeder Ebene gibt es die Figuren die Andere Figurem dazu überreden, bestimmten Regeln zu folgen oder mit bestimmten Regeln zu brechen. Wo sich die Figuren gerade befinden, wissen nur die Figuren. Jeder Raum, jede Ebene besitzt ein begrenztes Kontingent an Spielern. Es gibt die Möglichkeit, sich für ein neues Spiel anzumelden. Die Bewerbungsformulare liegen an den entsprechenden Stellen aus. Zum Ausfüllen der Formulare findet man gespitzte Bleistifte neben den Formularen an Schnüren festgebunden. Es gibt Figuren, die nur mit dem spitzen von Bleistiften zu tun haben. Das wäre dann ihr Spiel. Es existieren vielleicht hundert Tausend Spiele, vielleicht mehr vielleicht weniger, allerdings werden meistens nur tausend Spiele auf einer Ebene gleichzeitig gespielt. Mache Spieler behaupten, ihr Spiel sei das einzig wahre Spiel. Andere Spieler dementieren diese Behauptung und spielen Opposition.

Unrichtige Spiele können gespielt werden, müssen aber nicht gespielt werden. Wobei “richtig” zu spielen oftmals nur im mitleidigem Lächeln anderer Figuren endet.
In jedem Formular gibt es zwar viele Felder die es gilt anzukreuzen, aber die eigentliche Auswertung macht jeder Spiel nach jedem Spiel selbst. Es gibt Ausschreibungen, und Bewerbungen für die beliebtesten Spiele. Die Teilnamebedingungen und Auswahlkriterien bestehen nicht selten aus einer langen Kette von lächerlichen Demütigungen. Ein beliebtes Spiel anderen beim Spielen zu zu schauen, ändert überhaupt nichts am Spielausgang.

Einmal im Spiel ist die Chance auszusteigen so gut wie unmöglich, wird aber hin und wieder versucht. Es gibt Anträge um das Spiel zu wechseln. Wer diese Anträge bearbeitet, wo diese Bearbeitung statt findet und wie lange eine Bearbeitung letztendlich dauert, ist ein Mythos. Die Figuren die das Spiel, “in einem Wartezimmer warten” spielen, verlieren immer gegen die Zeit, nie gegen einen anderen Spieler.
Jedem Spieler wird zu beginn eines Spieles ans Herz gelegt, aufmerksam die AGB´s zu lesen, denn nachträgliche Beschwerden aufgrund von erfahrenem Unrecht werden mit dem Gesetz “mehr des Selben” quittiert.
Wenn man denkt, man stünde vor dem Eingang eines Spieles um eingelassen zu werden hat das Spiel meistens längst begonnen. Wie ein Spiel beginnt wissen die Figuren, selten wissen sie, wie man eines beendet. Jedes Spiel hat ein Ende und eine Eröffnung.

Auch ich bin ein Spieler und befinde mich gerade inmitten eines Spiels, genau genommen sitze ich auf einer kalten Parkbank und friere mir meinen Arsch ab. Es ist Herbst, und das Atmen erzeugt allmählich diesen Wasserdampf beim Ausatmen. Ich spekuliere und komme zu dem Ergebnis, das das Spielfeld der kaputten Figuren schrumpft, das Spiel hingegen schrumpft nicht. Ich analysiere den Zustand der Figuren, danach den Zustand meiner angenommen Identität. Ich modifiziere alles und nehme zur Kenntnis, das sich in dem Park, in dem ich gerade sitze und mir den Arsch abfriere, sich eine Menge andere Identitäten aufhalten. Anscheinend wird dieser Park sehr gerne besucht. Vielleicht wegen seinen Enten? Dem kleinen Tümpel? Der frischen Luft oder wegen der Gesellschaft der anderen Figuren? Während ich mir einige Figuren genauer anschaue werde ich das Gefühl nicht los, das dies alles nur eine schlechte Tarnung ist. Ihre Zustände sind nichts weiter als Tarnanzüge eines ehemaligen Spielers, der versteckt und hinterhältig auf ein neues Spiel wartet.

Wie sieht so was praktisch aus? Nachdem A, in dem Fall heißt die Identität vielleicht Heinrich K. das Spiel Schlaganfall erfolgreich zu Ende gebrach hatte und nun halbseitig gelähmt in einem Rollstuhl sitzt, um von B in dem Fall heißt die Identität vielleicht Marianne K. die das Spiel, ich überlebe Heinrich K. spielt und Heinrich K. stumm über den Kies schiebt, flattert eine Ente über den stillen kühlen See, wandern die letzten Ameisen todesmutig und ahnungslos zu ihren Winterquartieren, tief unter der Erde. Einige der Ameisen werden von den Rädern des Rollstuhles erfasst, überleben es aber größtenteils.

Das Spiel sieht manchmal grausam aus; ab und zu erscheint es einem als ob man sich einer Manns großen, gefräßigen Gottesanbeterin gegenüber sieht, die einen mit ihrem unpersönlichen Blick, ihrem ausdruckslosen Gesicht im Visier hat und man keinen blassen Schimmer hat, wann dieses Biest gedenkt zu zu schlagen. Man ist unschlüssig, ob man davon rennen oder verharren soll. Und hinter ihrem hellgrünen Chitinpanzer, flackert das Licht eines Notausgangschildes, das die wage Hoffnung auf Rettung verspricht.

Man stürzt derweil in diese Weltraumkälte. Erschreckt sich über diesen allgemeinen Maskenball. Ritzt gedankenverloren mit einem Stöckchen Hakenkreuze in den Kiesweg. Nein, man möchte nicht als Krüppel im Rollstuhl mit einer schwarzer Sonnenbrille auf der Nase von einer alten Schachtel herum geschoben werden, nur weil man denkt man hätte schon zu viel gesehen zu viel erlebt. Alle Regeln auf diese Weise vergessen, weil man angeblich zu müde ist, dieses Spiel noch eine Sekunde länger zu spielen. Man so tut, als hätte man den Faden verloren, man meint, man könne aus dem Spiel nicht aussteigen, bloss weil einem seine Identität so gründlich ins Gesicht genagelt wurde. Nur noch dazu bereit endlich diese letzte Schlangenhaut abstreifen zu können. Materialistisch seiner Wiedergeburt entgegen lechzt. Sich stumpf und bewusstlos stellt, nein das spiele ich nicht. Ich brauche keine Freisprechanlage!

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