Performance Zyclus - bis ans Ende der Nacht
|Nr.01| |waswenn|
Wo: U-Bahn Unterführung am Halleschen Tor Berlin
Wann: 21-08-2007 | 16:30
Regie und Text: Marco Schott
Offizier und Film: Michel Valentino
Darsteller
Die Frau im roten Kleid: Katrin Hamann
Die Frau im weißen Overal: Anne Berrached
Der Offizier: Marco Schott
|| waswenn ||
Die Zeit ist hinfällig-
eine Geschichte nicht mehr Vorhanden-
und die Wahrheit peinlich-
Lassen wir Das Leben mit seinen Spielchen jetzt nicht zu Wort kommen-
Schauen wir auf die hereinbrechende Nacht-
schauen wir darüber hinaus-
Schauen wir auf die Grenzen dieser Welt- schauen wir darüber hinaus-
Vergessen wir für einen Moment diese wilde Ansammlung von Planeten,
Sternenhaufen, Spiralnebel und kollabierenden Sonnen-
Ignorieren wir den schrecklichen Lauf der Dinge-
Zersetzen unsere zersetzenden Sehnsüchte-
verängstigen unsere Angst-
vernichten unsere Vernichtung-
vergessen unser Vergessen-
begraben unser Grab-
Lassen wir für einen Augenblick keine schlauen Köpfe für uns sprechen-
halten wir ihnen den Mund zu-
schmeißen die Experten aus dem Kopf-
schenken den Stimmen keine Beachtung-
schlucken die Tränenmeere hinunter-
zerschlagen die Wände um uns herum-
Übersehen wir doch einfach mal was wir alles wissen-
was wir nicht wissen-
was die anderen alles wissen-
was wir alles gewusst haben-
und was wir möglicherweise jemals wissen werden.
Zermahlen die Geschichte die uns zermürbt zu Staub- und blasen den Staub über eine Klippe-
Lassen all die Taschen fallen, die man uns in die Hände gedrückt hat- freiwillig- unfreiwillig-
Was- wenn wir all dies täten- jetzt und sofort!!!?
Was- wenn uns niemand daran hindern könnte- jetzt und sofort!!!?
In was für einen Kerker könnte man uns dann noch sperren!!!?
Mit welcher Strafe uns drohen!!!?
Wer will uns dann noch sagen wer wir sind!!!?
Durch wessen Hunger könnten wir sterben!!!?
Belächeln wir einfach die Tatsache-
dass die Sonne-
bis sie zu Asche herunter gebrannt ist-
immer wieder aufgehen wird.
Wir polierten uns gegenseitig die Fressen- Na und!!!?
Stießen uns gegenseitig Treppen hinunter-
Hielten aufgespießte Köpfe in den verhangenen Himmel-
Vergifteten uns gegenseitig mit bösen Wörtern-
Ließen die Armen verhungern-
die schönen verletzen-
Denken wir nicht über Gründe nach-
Und weshalb wir von all dem nichts mehr wissen-
Vergessen kurz die Ewigkeit und lassen den Kopf nicht hängen.
Was wenn wir all dies täten- jetzt und sofort!!!?
Wohin würden wir fallen!!!?
Was wenn diese Welt in uns verbrennt!!!?
Wer könnte sie dann noch in Flammen setzen!!!?
Worauf schauen wir, wenn wir in Augen blicken!!?
Wenn alles verschwindet außer dieser Augenblick!!!?
Worauf schaue ich, wenn ich in Augen blicke!!!?
Blicke ich auf ein Inferno?
In schwarze Löcher und hindurch-
Was ist dahinter?
Was wenn ich eine klare Antwort vor Augen hätte- nur einmal!!!?
Keinen Zweifel, nichts von alle dem.
Käme ich an diesen Punkt- jetzt und sofort!!!
Welche Gewalt kann mich da noch entsetzen?
Eine klare Antwort vor Augen- nur einmal…nur einmal !
Fotos || waswenn Stephanie Nueckel & Dita





