Alles zum Thema [1]

Paranoia sicher

Im ersten Moment dachte ich an ein Haar, das ich auf die Türklinke meines Zimmers legen wollte, jedoch sind meine Haare dafür viel zu kurz, was ich beinahe vergessen hatte; schließlich entschied ich mich für das Stück eines verwelkten Stängels meines Alpenfeilschens; das schon seit einiger Zeit auf meiner Fensterbank emporschießt. Weiterlesen »

Herr Hubers bunte welt

huber
Herr Huber gleicht wie er dem Eis immer näher rückt in seiner Gestalt, seinem Verhalten und in allem Anderen mehr und mehr den Filzpantoffeln die neben seinem Bett stehen. Weiterlesen »

Tangente

Um 23 Uhr setzte sich ein Mann im dunkelblauen Tweedmantel und schwarzen, mit Lehmkrusten verdreckten Lederschuhen auf einen alten Holzstuhl, der in einer Küche stand. Weiterlesen »

nichtig

I

Es gibt Menschen die nicht möchten, dass bestimmte Dinge wiederkommen. Wie zum Beispiel eine schlimme Krankheit, Eine Frau oder ein Mann, der bzw. die viel Kummer mit sich gebracht haben oder Armut- kurz, schlimme Dinge will man nicht mehr wieder sehen. Weiterlesen »

Raufaser

I

Er sucht nach dem Namen. Findet keinen. Durch die Spitzen der Pappeln weht ununterbrochen Wind. Das war gestern auch schon so. Als er nachhause kam, hatte er hinter dem Sofa und unter dem Stuhl geschaut. Aber keinen gesehen. Jetzt steht er in der Küche und schaute auf die Spitzen der Pappeln. Drei an der Zahl. Gestern war es ähnlich. Aber was hat das schon zu sagen. Weiterlesen »

Der Marionettenmeister

Der Sommer- nur noch eine Erinnerung. Seit Stunden prasselt der Regen auf das Straßenpflaster, auf die Hausdächer, auf die Autos und auf den Rest. Ein Rinnsal treibt mit Blättern und anderen Dingen am Rand des Trottoirs, in die Ritze eines Gullydeckels und verschwindet im übel riechenden Rachen der Großstadt. Unter der frischen Herbstluft fließt das Wasser, der Strassenschmutz zu kalten Pfützen zusammen. Keuchend, frierend steht Ben, der junge gut aussehende Mann von der Hohlbergstrasse im Hinterhof. Er presst den Rücken an eine feuchte Hauswand. Langsam kündigt sich die Dämmerung an. Schweiß benetzt sein Gesicht. Er schaut auf das Rinnsal in dem seine Füße stehen, das sich einen Weg in die Dunkelheit bahnt. Mit einer hastigen Bewegung fährt er sich durch sein nasses Haar. Seine Lippen zittern, sie haben eine bläuliche Farbe angenommen. Sein Hemd hängt aus der Hose und die breitgetragenen Turnschuhe sind vom Regen durchweicht. Ben starrt auf seine Hände, so als würde er nicht verstehen was man damit normalerweise macht. Als hätte ihn etwas erschreckt, ein Gedanke oder sonst was, sein Blick schnellt zu Boden?

Er ringt nach Kontrolle, versucht sich in Griff zu bekommen. So gelassen wie nur möglich überquert er die Straße. Kurz darauf steht er vor einem Hauseingang. Die Tage sind kürzer geworden. Der Winter rückte näher. Unverändert prasselt der Regen auf das Pflasterstein. Gegen Abend kühlt sich die Luft ab. Ben steckt seine Hand in die Hosentasche, zitternd zieht er den Hausschlüssel heraus. Es scheint, als sitzt ihm der Schreck in den Knochen. Er sammelt Mut. Nachdem er genug beisammen hatte, kehrt er an den Ort des Unheils zurück. Aufgeregt steckt er den Schlüssel in das Schloss. Keuchend und mit Schüttelfrost, steigt Ben bis in die dritte Etage. Niemand begegnet ihm im Treppenhaus. Er lebt in einem renovierten Altbau, mit rotem Sisal Teppich, glänzenden Messing leisten, sauberen Wänden, Stuck an der Decke und einem polierten Holzgeländer. Alles Tadellos, bestimmt keine sozial schwache Gegend. Aber wie üblich schlägt das Unheil in jede soziale Schicht, es macht keine Unterschiede, es hat keine Vorlieben. Man findet in allen Etagen des Lebens tragische Geschichten. Ben ein gut aussehender Mann um die 40. Ein Typ von Mann, den man ohne Schwierigkeiten in einer guten Position vermuten würde, begegnet man ihm auf der Straße. In der IT, in der Werbe Branche, vielleicht ein Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer, oder Architekt? Im dritten Stockwerk bleibt Ben vor seiner Wohnungstür stehen. Er steckt den selben beschlagenen Schlüssel in das Türschloss. Die massive Holztür öffnet sich.
Aus einem geräumigen, hellen Fluor kommt ihm ein warmer Windzug entgegen. Ein bekannter Geruch. Der Duft seiner Frau. Er zieht die Tür hinter sich zu und steckt den Schlüssel in´s Schloss. Eine drei Zimmer Wohnung, alles helle Räume mit großen Doppelfenstern. In den Räumen stehen zeitgenössische Schränke und zwei dezent positionierte Antiquitäten. An den Wänden hängen einige Bilder, darunter kleine schwarz weiß Fotografien, größtenteils Menschen die mit Ben und oder seiner Frau in irgend einer Beziehung stehen bzw. gestanden haben. Auf einem der schwarz weiß Fotos sieht man Ben, wie er seine Hand auf der Hüfte einer attraktiven Frau mit langen schwarzen Haaren liegen hat. Sie stehen fröhlich vor einer zerklüfteten Landschaft, weit hinten ist das Meer zu sehen. Ben schaut um sich, als stände irgend ein gefährliches Tier hinter seinem Rücken. Dann stürzt er zum Gardaroben Tischchen, auf dem ein kleines schwarzes Buch liegt. Wild blättert er darin herum. Anscheinend hat er gefunden wonach er gesucht hat. Er greift zum Hörer, drückt die Tasten, dann bleibt er abwartend sitzen. Nervös kaut er auf seine Unterlippe. Besinnt sich eines Anderen und legte den Hörer zurück auf die Ladestation. Augenblick beginnt er zu hyperfentilieren, kann sich aber wieder beruhigen. Dann lässt er sich resigniert auf den kleinen Holzhocker, der neben dem Tisch steht, fallen. Aber er steht gleich wieder auf und verschwindet in einem der Zimmer.

In einem der großen Zimmer hängt ein schwarzer Flachbildschirm an der Wand. Auf dem versiegelten Parkettboden liegt eine wenig bekleidete Frau. Neben der Frau liegt eine violette Bluse und eine Strumpfhose. Ben ignoriert die Frau, aufgeregt geht er auf und ab. Dann setzt er sich auf das weiße Ledersofa und schaltet den Fernseher an. Er starrt auf die scharfen Bilder. Unter dem Tisch liegen Scherben, Zigaretten, Blumenerde, eine umgestürzte Flasche Prosecco in einer Pfütze. Um den Hals der Frau ist ein beigefarbener Büstenhalter gewickelt. Ben greift nach der Zigarettenschachtel. Abwesend schaut er auf den Fernseher dabei bläst er Zigarettenrauch in das Zimmer. Es laufen Werbespots. Ein Mann in einem Auto, er fährt durch eine bedrohliche Welt, aber im Auto ist er vor all dem Wahnsinn sicher. Es geht um Sicherheit im Alltag. Die Sicherheit im Allgemeinen usw. Ben schaut teilnahmslos aus dem Fenster. Gleichzeitig zittern die Bilder ungesehn an ihm vorrüber. Er ist am unteren Ende der Skala angekommen. Dem Punkt an dem es kein Zurück mehr gibt. Die Leiche liegt am Boden. Nichts lässt sich daran ändern. Ein irreversibler Umstand, steif und kälter werdend. Der beige farbene BH war recht teuer gewesen, wird nun aber weder an noch aus gezogen. Die Frau wird in einen Leichensack und der BH in die Plastiktüte der Spurensicherung wandern. Ben ist zu dieser Zeit an diesem Ort der einzige der noch atmet. Ansonsten atmen vielleicht noch die Topfpflanzen und die Stubenfliege. Irgendwann waren auch die Werbespots zu Ende, es folgen die Nachrichten, dann das Wetter. Ein Tief von Skandinavien soll noch mehr kühles, verregnetes Wetter nach Mitteleuropa bringen, es sind von Tiefsttemperaturen um die 8 Grad am Tag und 4 Grad in der Nacht die Rede. Ben wirft einen zersprungenen Blick in das Zwielicht. Als hätte er das, was im Fernseher zu sehen ist mit dem was vor dem Fenster statt findet, in einen unmöglichen Zusammenhang gesetzt. Der Kopf erstarrt. Nicht das Wetter, bereitet ihm Sorge. Für Niemanden sonst außer ihn ist die Stimme bestimmt, dieses unaufhörliche Flüstern in seinem Kopf. Diese gleißende Fremde. Er steckt sich noch eine Zigarette an. Wie von alleine steigt der Rauch langsam aus den Nasenlöchern. Er vermeidet jegliche Anstrengung und sei es die Asche in den Aschenbecher aschen. Irgendwann fällt die Asche von alleine auf das klamme Hemd. Jetzt läuft ein Tierfilm. Ein junges Gnu wird von einem Krokodil überraschend beim trinken erfasst, in die Luft gewirbelt und windend in die Tiefe gezogen. Dann wieder ein Werbeclip. Eine Frau trinkt offenbar nach dem Sport, ein kleines Fläschchen eines Trinkjogurts. In dem Trinkjogurt sollen sich wichtige Dinge befinden, Dinge die für die Verdauung unabdingbar sein sollen. Ben schaut auf die Frau am Boden. Zwischen seinen Fingern klemmt die runter gebrannte Zigarette. Langsam wird es Nacht. Das Zwielicht verändert die Schatten, verändert die Wände, verändert die Räume. Die letzte Stubenfliege segelt über den Glastisch und landet auf der Nasenspitze der Frau. Ben steht auf, beugt sich über die am Boden liegende Frau. Wie Zeitlose Murmeln stecken ihre Augen im Kopf. Ben kniet sich neben sie, dann entdeckt er den Ehering an der Hand.

Ein einfacher weißgoldener Ehering. Er vergisst den Ort, vergisst die Zeit. Schrill läutet es an der Haustür. Ben schreckt auf, nicht viel- nur sein Kopf. Es läutet nochmal. Ben erhebt sich, geht gemächlich zur Haustür. Vor der Tür hört man Kinder kichern, dann ist es still. Ben öffnet die Tür. Drei maskierte Gesichter schauen ihn von unten an. Ein Totenkopf, eine Hexe und ein Ghul. Das Kind mit der Ghul Maske hält eine Gummispinne an einem Faden und sagt “huääähh” Die Hexe in einer gekünstelt tiefen Stimme. “Wieer sind geäkommen!” Hinter der Totenkopf Maske gekicher. Mit immer noch dem selben abwesenden Blick, schaut Ben auf die drei Gestalten, er schaut wie er auf den Fernseher schaut. Kein Unterschied! Ob Fernseher, Maske oder Kinder hinter Masken. Die Kinder im Chor. “Süßes oder Sauerees?!” Abermals Gekicher. “Süßes oder saures” Wiederhold Ben leise. “Hey wir haben Zauberkräfte” Der Ghul wackelt mit der Spinne. “Ihr wollt süßes oder saures?” Ben geht in die Küche, die Kinder tuschelnd. Er kommt mit einer Tüte sauerer Apfelringe zurück. “Hier habt ihr beides.” Ohne ein weiteres Wort schließt er die Tür. Die Kinder bleiben einen Augenblick stehen, der Totenmann trägt die Tüte. Ben dreht den Schlüssel um. Die Kinder gehen zur nächsten Tür. “Lass mich klingeln!” Sagt die Hexe.

Die Fliege landet auf Ben´s Schulter, putzt ihre Flügel, dann den Hinterleib und fliegt weiter. Ben kniet sich wieder neben die Frau. Seine Hand liegt auf ihrer kühlen, steifen Hand. Er wimmert, leise und besonnen. Das Leben scheint in Episoden unterteilen zu sein. Hört eine auf beginnt die Nächste. Seit gestern Nacht 22.23 hat für Ben eine aufgehört und nun beginnt die Nächste. Zwischen den Episoden ist die Übergangszeit. Die Restrealität der Alten und Neuen. Eine Schnittrealität. Ein Nichts aus Zeit und Raum. Gewalt hatte die letzte Episode beendet. Angestrengt zerrt Ben an dem Ring. Es gelingt ihm nicht, ihn von der Hand zu ziehen. Er zerrt immer fahriger, doch der Finger war möglicherweise zu steif, zu geschwollen. Erschöpft gibt er auf. Steht auf, überlegt und geht in die Küche. Die Fliege dopst gegen das Fenster. Ben steht am Küchenfenster. Sein Gesicht zu einer Grimasse verzerrt, presst er aus dem Mund eine verrückte Lache. Er durchschreitet das Wohnzimmer, kommt vor dem chromglänzenden Verstärker zum stehen und drückt einen Knopf. Lichter leuchten auf. Er nimmt eine CD, schiebt sie in den vertikalen Schafft, dreht die Lautstärke auf. Es läuft „Darshan“ von D.S. Er geht zurück in die Küche. Auf dem Weg stopft er sich ein Stück Kuchen in den Mund. Kauend zieht er die Schublade auf und holt das lange Brotmesser heraus. Aufmerksam begutachtet er die Klinge. Dann kniet er sich wieder neben die Frau. Er setzt die Klinge genau zwischen Ring und Knöchel an. Ben bewegt langsam und mit konstantem druck das Messer hin und her. Erstaunt über das dickflüssige Blut, das aus der Wunde sickert, sägt er bis der Fingerknochen Widerstand leistet. Das geht mit einem Brotmesser nicht. Ein Anderes Werkzeug muss her!
Das Messer lässt er liegen. Wieder geht er aufgeregt hin und her. Die vielen Probleme bringen ihn ganz aus der Fassung. Der Fernseher strahlt unermüdlich tonlose seine bewegten Bilder in den Raum. An den Wänden tanzen bunte Schatten, blaues Licht. Ungesehene Geschichten von abenteuerlichen Verwicklungen. Ein Kind sitzt auf der Schaukel, am Horizont eine flimmernde Stadt hinter Maschendrahtzaun. Die Frontale eines Mädchens. Das Gesicht neutral. Das wehende Haar. Der Blick gen Himmel und ausgestreckten Beinen. Immer nur für einen Moment. Nur am höchsten Punkt kann das Kind über den Zaun sehen. Die Glasfassaden, die Strommasten, Die Empfänger und Sendemasten. Dann schwingt das Kind mit angewinkelten Beinen zurück. Und abermals kommt etwas in Sichtweite. Ein Mann steht in der Nähe, am Straßenrand. Bekleidet mit Hemd und einer Bundfaltenbaumwollhose. Er raucht eine Zigarette. Regungslos steht er da, drückt schließlich die Zigarette mit einem Schuh auf der Bordsteinkante aus. Der Mann hustet dann geht er weiter. Ein Krähe flattert neben einen Mülleimer, sie pickt auf die Reste eines Hamburgers ein. Die Krähe hüpft um ihr gefundenes Fressen und mit einem großen Stück im Schnabel flattert sie auf einen Ast. Der Mann dreht sich um und schreitet über den flimmernden Asphalt die Straße hinunter. Ein heißer Sommertag. Dann wieder ein Werbespott. Ein Mädchen mit roten Zöpfen, Erdbeerspangen im Haar und Zahnlücke. Ein weiteres Gesicht, das Gesicht eines alten Mannes mit kurzen grauen Haaren. Der Kondensstreifen eines Düsenflugzeuges am Himmel. Beide tragen ihr strahlenstes Lächeln, das Kind und er Mann deuten auf eine bunte Tube Zahnpasta.

Ben kramt in einer Werkzeugkiste. Triumphierend zieht er eine Kneifzange heraus. Er schielt in Richtung Frau. Sein Blick wanderte über den steifen Körper. Er setzt sich neben die Hand, schiebt den Finger an die entsprechende Stelle und drückte die Zange bis der Knochen knirschend auseinander bricht zu. Am Boden liegt nun der abgetrennte Finger seiner Frau. Erleichtert zieht er den Ring über den blutverkrusteten Hautlappenkranz. Mit dem Ring in der Tasche verschwindet Ben im Badezimmer. Er dreht den Wasserhahn auf, bemerkt sein Gesicht im Spiegel und als möchte er sich etwas mitteilen, verzerrte er es. Er säubert den Ring von den Blutresten und trocknet ihn mit einem Handtuch ab. Danach zieht er sich aus, legt den Ring auf den Waschbeckenrand, holt ein frisches Laken aus dem Wandschrank, bezieht das Bett, wirft das benutzte Laken in die Waschmaschine, dann stellt er sich unter die Dusche und taucht für eine lange Zeit unter den heiß dampfenden Wasserstrahl. Man hört das Wasser in die Duschwanne plätschern. Der Spiegel beschlägt. Unabgetrocknet legt sich Ben auf das frisch bezogene Bett. Er legt den Ring auf das leere Kopfkissen seiner Frau, dreht sich auf die Seite und schaut darauf. Aus dem Nebenzimmer flimmert der Fernseher. Ben schließt die Augen. Kurz darauf war er eingeschlafen. Die Träume entwerfen widersprüchliche Flächen, Räume in denen sich widersprüchliche Figuren bewegen, sich auf eine bestimmte Art verhalten. Auf dem Gesicht der Toten tanzen die violetten Schatten. Neben ihr liegt der Finger. Der Fingernagel ist lackiert, dieselbe Farbe wie die anderen Fingernägel.

Körperlos treibt jemand am kalkweißen Mond vorbei. Ganz am Ende einer Erinnerung. Weit hinter dem leeren Horizont. Und näher kommend! Aus einer unbeschriebenen Ferne. Denn die Entscheidung wurde getroffen. In der Weite. Ein Raum angefüllt mit Kälte. „Ich bin der Marionettenmeister“ ist der Gedanke. Nicht so ein Ende. Keine Zeit kann das rechtfertigen. In undeutbare Träume eingebettet, liegt Ben da und atmet. Sein Bewusstsein besitzt blinde Stellen. Zu viele blinde Stellen. Wer macht ihn darauf aufmerksam? Was wenn diese Stellen sich ausweiten, ihn hindurch, in den Abgrund fallen lassen? Es muss eine Korrektur geben. Die Spuren von fallen gelassenen Hoffnungen. Die Augen der Frau füllen sich mit Leben. Sie ist ein Marionettenmeister! Das Weiß nimmt den Glanz wieder auf. Ihre Linsen zittern. Mit ruhigem Gesicht und frisch entbranntem Leben liegt sie am Boden und schaut umher. Langsam dreht sie den Kopf. Ein tiefer Atemzug, sie hebt den Oberkörper an, setzt sich auf den Dielenboden und wickelt den BH vom Hals. Sie schaut auf Ihre Hand, nimmt den Finger und betrachtete ihn im flimmern des Fernsehers. Sie steht auf, und schaltet ihn ab. Langsam geht sie in das Schlafzimmer. Am Fuß des Bettes, direkt neben dem Fenster bleibt sie stehen. Abwechselnd schaut sie auf Mond, Dächer, den Schlafenden, den ruhig Atmenden. Sie zieht sich nackt aus und legte sich neben Ben. Die Gesichter schauen sich an. Ben mit geschlossenen, sie mit geöffneten Augen. In derselben Nacht, in demselben Bett. Aufmerksam beobachtet sie seine Augenlieder. Sie rückt ein Stück näher. Beinahe hätten sich ihre Nasenspitzen berührt. Ben öffnet die Augen. Sofort beginnt sein Herz zu rasen, es überschlägt sich und die Muskeln kontrahierten. Ganz starr muss er in ihre Augen schauen. Seine Angst verwandelt sich in Hysterie. Sie legt ihre Hand auf seine Wange. Er fühlt den fehlenden Finger. Die Frau rückt noch ein Stück näher. Er riecht ihren toten Atem, fühlt ihn über sein Gesicht wehen. Die Frau spricht deutlich „Die Geschichte ist nicht zu ende, die Dinge nehmen leider einen anderen Lauf, du hast Angst vor dem Marionettenmeister? Aber ich sag, Du bist Einer, ich bin Einer, jeder ist ein Marionettenmeister!“

mich

Meine Mutter setzte mich kurz nach meiner Geburt in einer Parkanlage aus, die Decke in die sie mich gewickelt hatte nahm sie einfach wieder mit; Geiz dürfte der Grund gewesen sein. Weiterlesen »

Mantis

mantis

Kurze Bestandsaufnahme:
Radio, Wettervorhersage, Rasenmäher, blauer Himmel, verspannter Rücken, ein Rothausbier mit der viel versprechenden Bezeichnung Tannenzäpflä, Ventilator des Personal Computers, ein juckender Fuß. ein Lied mit dem Titel “Gardermoen” von einer Frau Namens “Julia Kent”. Grüne Lichter die aufblinken. Die Quarzuhr meines Handys zeigt 16:31 Uhr.
Aber man spricht es 16 Uhr 31 aus. Weiterlesen »

6 minuten Karma

~~

Noch sechs Minuten dachte er. Wer ist ER? Sicher- ER hat einen Namen, aber der ist im Moment genauso unwichtig, wie der Name des Cafes in dem ER gerade sitzt. Weiterlesen »

wie seltsam

Ω†Ω

Wie seltsam doch manche Tage sein können. Ich bin aufgestanden wie immer. Auf dem Küchentisch stand schon eine Tasse heißer Milchkaffee, zu meinem Erstaunen denn ich lebe seit einiger Zeit allein. Weiterlesen »

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