Mögliche Titel:
Ausgebleicht, Weichspüler, Energiesparprogramm, Kochwäsche, Streichelzoo, Starwash, Feinwäsche, Buntwäsche, Verwaschen, Nichtwirklich…
Der Ort:
Ein nicht auf dem neusten Stand befindlicher Waschsalon. Auf der rechten Seite wenn man den Salon betritt, stehen die Waschmaschinen und Trockner, auf der linken Seite einige Sitzgelegenheiten, Holzbänke, Plastikstühle. Am Kopf des Salons befindet sich ein Automat für das Waschpulver und ein Kaffeeautomat. Es herrscht eine gewisse “Neonlichtromatik”, grünblaues Licht. Am Eingang befindet sich die einzige Fensterfront. Der Raum hat einen schlauchartigen Schnitt. An den Wänden hängen Filmplakate, überwiegend “Klassikern”; z.B. Uhrwerk Orange, Spiel mir das Lied vom Tod, Atemlos…etc.
Profile:
Johannes, Ein Mann, 26 Jahre; hat kürzlich sein Studium der Religionswissenschaften abgeschlossen, er ist groß und sieht im Großen und Ganzen recht sportlich aus. Er trägt einen Kurzhaarschnitt. Er ist eher ein schweigsamer Typ, leidet an einer tiefen Verzweiflung und Unsicherheit dem Leben gegenüber, aber am meisten leidet er an seinem Zweifel und seiner hin und her Gerissenheit bezüglich seines Berufes. Er besuchte ein katholisches Internat und ist religiös aufgewachsen. Es gab in seinem Leben ein für ihn traumatisches Zerwürfnis mit der Vorstellung des christlichen “Gottes”. Seitdem schwört er auf eine nihilistisch atheistische Weltanschauungen, aber auch diese wird von ihm immer mehr angezweifelt. Im Grunde träumt er schon sein ganzes Leben davon Schriftsteller zu sein. Aber er wagt es nicht, sich dafür ganz und gar zu entscheiden. Er wirkt ernst. Ab und zu trinkt er, dann wird er etwas lustiger und kommt etwas aus sich heraus.
Seine Kindheit wurde weitgehend durch religiöse Aktivitäten geprägt, er war aktives Mitglied einer kirlichen Institution für Kinder. Er sprach zu einem Gott, er betete. Irgendwann gab er es jedoch auf, verbittert über die “verrücktheit” des katholischen Gottes, schwor er seiner Religion ab.
Er fing an seine Verbitterung mit zynisch, gezwungenen Humor zu überspielen.
Ein weiteres Schlüsselerlebnis hatte er mit 17 Jahren, damals verliebte er sich unsterblich in die Tochter eines Arbeitskollegen seines Vaters, sie hieß Johanna. Einestages verpasste sie ihm den Laufpass, das war an einem Montag im Juni, er kam gerade vom Fußballspielen nach Hause. Seine Mutter stand an der Tür und meinte, “Johanna hat angerufen, du sollst sie zurückrufen” Ein ungutes Gefühl machte sich in seinem Bauch und Brustbereich langsam aber sicher breit. Er ahnte bereits um was es gehen könnte. “Tut mir leid Johannes, du bist wirklich ein netter Junge, aber naja…lass uns einfach…hmm Freunde Sein” Er konnte nicht anders, er legte einfach auf. Seit diesem Zeitpunkt hasste er alle Frauen.
Irma Klausen 75 Jahre, Rentnerin, sie war dreimal verheiratet, ihr letzter Mann hatte sie vor 15 Jahren verlassen und starb vor 5 Jahren in den USA, Irma war als Sekretärin im auswärtigen Amt tätig. Bis ende der 80 Jahre hatte sie dort eine recht gute Position im Bereich innere Sicherheit inne. Als Irma ihren Ruhestand betrat, viel sie in eine tiefe, seelische, Krise. Sie erkannte, dass es im Leben bestimmte Dinge gibt, die sie nicht verstand die sie aber verstehen wollte. Worauf sie diverse reisen unternahm um die letztendlichen Weißheiten des Lebens zu erfahren. Unter anderem in einige buddhistische Länder. Sie suchte nach Möglichkeiten, ihre Fragen, die sie an die Existenz hatte, beantwortet zu bekommen. Vor 5 Jahren bezog sie in einer Zweizimmerwohnung und schreibt skurrile Kurzgeschichten für ein Stadtmagazin unter dem Pseudonym, Heinrich Meier. In ihren Kurzgeschichten geht es meistens um eine Figur, die Hannelore Nissler heißt und in ihrem verblödeten Alltag davon träumt, einmal in ihrem Leben in Hollywood bei einen Werbeclip für Eiscreme mitspielen zu dürfen.
Miranda Jacob, 12 Jahre, sie wohnt im selben Haus wo sich auch der Waschsalon befindet, sie macht öfter einen Besuch dort, der Sohn des Waschsalon Besitzers ist mit Miranda befreundet. Miranda geht ab und zu in den Waschsalon um sich aus dem Kaffeeautomaten einen Kakao zu ziehen. Miranda hat eine Vorliebe für Schnecken. Sie besitzt drei Weinbergschnecken, die Sie auch derweil mit in den Waschsalon bringt und auf den Bänken herum kriechen lässt. Sie erzählt den Leuten verrückte Geschichten über ihre Schnecken.
Vergil, so nennt sich ein 46 Jähriger Mann. Dessen eigentlicher Name, Frank Hauser ist. Vergil, bzw. Frank Hauser ist ein arbeitsloser Tänzer; ende 40, klein und mit Glatze. Er macht einen verwirrten Eindruck, dass könnte aber auch eine Masche sein. Er wirkt von außen, als würde er die meiste Zeit nach etwas, dass er verloren hat, Suchen. Stellenweise schaut er verzweifelt ins Leere. Aber diese ganzen Unsicherheiten verschwinden in dem Moment, wenn er zu tanzen beginnt, dann lösen sich all diese merkwürdigen Eigenschaften in Luft auf. Ab und zu jobbt “Vergil” in einem Kino, aber da das Kino in Bälde, in ein großes Vergnügungszentrum umgebaut wird, wird er diesen Nebenjob, wohl auch in Bälde verloren haben. Er hat zwei gescheiterte Ehen hinter sich. Aus der letzten Ehe hat er zwei Kinder mitgebracht, die Kinder leben jedoch die meiste Zeit bei ihrer Mutter. Seine letzte Frau arbeitet als TV Moderatorin.
Johanna Ries, eine Frau ende 20, im selben Alter von Johannes, Johanna hat ihr Studium der Kommunikationswissenschaften kürzlich abgebrochen. Einer der Gründe weshalb sie das Studium abgebrochen hatte, war eine Abtreibung. Johanna ist die Frau, in die Johannes vor über zehn Jahren unsterblich verliebt war. Johanna hat ihr großes Ziel, nämlich Tänzerin zu werden, aufgegeben und als Kompromiss dafür mit dem Studium der Kommunikationswissenschaften begonnnen. Ein nicht zu unterschätzender Grund ihrer Entscheidung, war sicher auch der Versuch, ihre Eltern zufrieden zu stellen. Sie betrachtet ihr Leben im Großen und Ganzen als Gescheitert. Ihre Strategie besteht darin, diese Enttäuschungen durch ein ausschweifendes Leben zu kompensieren. Im Grunde steht sie kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Sie überspielt ihr seelisches Elend durch eine künstliche, aufgesetzte Überlegenheit. Nach außen hin wirkt sie daher eher kühl als warm. Sie weiß nicht dass Johannes in derselben Stadt lebt wie sie. Die Geschichte mit Johannes, liegt bei ihr unter einem großen Scherbenhaufen- der sich aus sexuellen Ausschweifungen und unglücklicher Liebesmüh zusammensetzt, begraben. Aber im Grunde ist Johanna eine wirklich nette Person die einfach etwas zu sehr von ihrem eigentlichen Ziele abgekommen ist und sich an vermeintliche Rettungsringe klammert.
Gregor Junker, ein älterer Herr der einmal am Tag den Waschsalon putzt. Vom Typ her eher ruhig, der seine Arbeit erledigt und darüber hinaus wenig sagt. Gregor Junker lebt alleine. Sein Profil steht noch offen.
Des Weiteren gibt es noch: Ein Techniker, der nach den Automaten sieht, Den Waschsalon Besitzer, der nebenbei bemerkt, in kriminelle Geschäfte verwickelt ist, und noch zwei weitere, sehr seltsame Gestalten.
Thema:
Zum einen geht es um eine “wilkührliche” Zusammenkunft von unterschiedlichen Individuen in einem Waschsalon und um die daraus resultierenden “spielchen” und zum Anderen darum, was geschieht, wenn die Gedankenwelt, jeder einzelnen Person mit der Gedankenwelt einer anderen Person kollidiert, bzw. sich mit der realen Welt vermischt. Kurz, die Persönlichen Überlegungen und Gedanken werden genauso in die Szenen eingebaut wie die sichtbaren Handlungen. auch Die Vorstellung was man in welchem alter denkt und sagt soll in dem Kurzfilm auf eine skurrile Art in Frage gestellt werden. Die einzelnen Personen verhalten sich unaltersgemäß, etwaige Vorstellungen darüber, was man in einem bestimmten Lebensabschnitt zu denken hat werden durch überraschende Aussagen der einzelnen Darsteller, über Bord geworfen. Eine alltägliche Situation in einem Waschsalon, dient als Rahmen, der eine gewohnte Atmosphäre erschafft und innerhalb dessen sich die “Spielchen” entfalten. Der “Alltag” in einem Waschsalon dient als Bühne. Darüberhinaus geht es um das wieder finden bzw das verlieren der persönlichen Ziele und Wünsche. Und um die unendliche Suche nach Wahrhaftigkeit. Hi Hi.
Zitat aus der gemeinsam geschrieben Zusammenfassung:
“…Die Art und Weise wie die einzelnen Personen auf Grund der gegebenen Vorgaben (Personenprofil- Chractermerkmale)in Unkenntnis aufeinander treffen, (Annäherungsprozesse, etwa z.B. wie entwickelt sich Sympathie oder Antipathie…) und dem was die jeweilige Person über die andere Person auf die sie trifft denkt, ( also beide Ebenen- die reale Interaktion der Akteure und ihren jeweiligen Gedanken), stehen im Zentrum des Filmes und sollen für den Zuschauer einsehbar sein. Es entsteht eine zum Teil groteske Widersprüchlichkeit, da die Gedanken eines Akteurs häufig nicht im Einklang mit seinen eigentlichen Handlungen stehen. Bzw. seine Grundabsicht (z.B. Wäsche waschen, oder Lesung halten), durch überraschende Gedanken, die durch die Umgebung evoziert werden, gestört wird. Das Wechselspiel dieser beiden Ebenen entwickelt eine Spannung und bestimmte Situationen, die bis ins groteske gehen können…”
Zum Stil:
Es kann gewisse Rückblenden geben, damit meine Ich; nicht nur verbalisierte Gedanken die lediglich zu hören sind, auch einzelne Szenen aus der Vergangenheit, die bruchstückhaft in die Handlung eingeflochten werden können auftauchen…ansonsten soll alles ziemlich realistisch und ungekünstelt aussehen, vor allem authentisch.
Beispiel einer Szene mit Johannes (Rückblende):
Aus dem Nachbarzimmer ist Klaviermusik zu hören. Jemand übt ein Stück ein. Ein Stück von Mozart. Johannes sitzt an einem Schreibtisch, vor ihm liegt ein offenes Buch. Er macht sich Notizen. Dann steht er auf und fährt sich mit einer Hand durch das Haar. Johannes steht auf und schließt das Fenster. Ein unerwarteter Windstoß weht den Vorhang über den Schreibtisch. Es fängt an zu regnen. Er setzt sich zurück an den Schreibtisch und blättert in einem Buch. Er seufzt und greift nach einer Wasserflasche, die neben dem Schreibtisch steht. Johannes öffnet die Flasche und trinkt Wasser. Das Klavier ist wieder zu hören. Johannes fängt an etwas vor sich her flüstern. Ein Telefon läutet, ein normales Tastentelefon ist zu sehn, dunkelrot. Das Telefon läutet achtmal; dann herrscht wieder Stille. Johannes steht auf und läuft unruhig in seinem Zimmer umher; dann setzt er sich wieder an den Schreibtisch. Er seufzt abermals. Das Klavier aus der Nachbarwohnung verstummt. Man hört wie jemand zu schimpfen beginnt und immer lauter wird. Johannes macht einige kurz gefasste Notizen. Er spricht, dann schreibt er. “Heute hätte ich sie treffen sollen�?; “nein- können�?. Dann streicht er es wieder durch.
Szene 01:
Johannes steht am Fenster des Waschsalons, man sieht ihn von hinten. Er steht regungslos da und starrt aus dem Fenster. Man hört die Waschmaschinen und wie jemand hustet, der Kaffeeautomat lässt einen Kaffee durchlaufen. Johannes steht 30 Sekunden regungslos da. Dann sieht man Johannes von außen, wie er durch das Fenster schaut in die Kamera schaut. Die Kamera fährt von Johannes weg, langsam. (Handkamera?) Und umso weiter, bzw. umso größer die Distanz zwischen dem Gesicht von Johannes und der Kamera wird, desto lauter wird ein Geflüster; die Gedanken von Johannes werden immer deutliches zu hören. Auf der anderen Straßenseite kommt die Kamerafahrt schließlich zum stehen. Eine elegant gekleidete Frau mit zwei Plastiktüten von einem Mode-Label, läuft rückwärts durch das Bild, an dem Waschsalon vorbei. Sie geht von links nach rechts durch das Bild. Die Zeit scheint zum Erliegen zu kommen. Zwei Autos und ein Radfahrer fahren durch das Bild, die Zeit scheint langsamer und langsamer zu ticken.
Es werden zunehmend die Geräusche aus dem Inneren des Waschsalons zu hören. Man sieht Johannes wie er durch das Fenster schaut. (Frontal)
Die Hausfassade des Waschsalons wird zu einem überdimensionalen Rahmen. Die Gedanken von Johannes überlagern die Geräusche aus dem Waschsalon.
(Gedanken werden im Text mit zwei Querstrichen am Anfang des Gedankens gekennzeichnet, Wörtliche Rede, wie üblich- mit Anführungszeichen.)
Johannes: // Wieso hab ich jetzt dieses bild im Kopf? Wer war sie? Was bringen mir die tollen Sachen. Dieser ganze Reprokram, was bringt mir diese scheiß Vergangenheit? Ich kann es nicht, ich sollte es einfach tun. Was für ein Tag… morgen diesen Mist erledigen, hab ich ihre Nummer aufgeschrieben? Shit! ich hab die schwarze Hose vergessen, morgen noch mal waschen. Ich würde durchdrehen wenn ich in einem Raumschiff sitzen würde. Diese schreckliche Leere um einen herum, ich könnte das nicht ertragen. Retro scheiße, man schleppt aus der Vergangenheit alles mögliche mit aber es wird dennoch grauer und grauer…rette sich wer kann…aber bitte nicht mit einem Raumschiff…wen interessiert das schon was ich schreibe, neurotisches Zeug…egal wie der Stil ist, bleibt neurotisch…// Johannes summt ein Lied vor sich her, (einstürzende Neubauten?)
Irma: Wo sind sie?
kurze Pause
Irma: Wie es aussieht ist ihre Wäsche fertig.
Johannes entdeckt Irma auf der Holzbank sitzen. Irma blättert ein Comic Heft durch.
Irma: Das ist eines der besseren Sorte.
Irma wedelt mit dem heft in der Luft herum
Irma: wo waren sie denn mit ihren Gedanken?
Johannes: nicht wichtig
Irma: sagen sie das nicht.
Johannes: was soll ich nicht sagen?
Irma: Das es nich…
Irma wir von Vergil inmitten ihres Satzes unterbrochen, Vergil rüttelt an der Tür; er bekommt sie nicht auf weil er an der falschen Seite zieht.
Johannes: Ist der so doof oder tut der nur so?
…